Berlin und Handball - Die Handballfreunde Pankow

Handballfreunde Pankow 01 e.V.

HBFR PANKOW I - TURNSPORT 11 I 28 - 23

Deeskalierende Maßnahme

Am 1. Mai geht es in Berlin traditionell hoch her. Von links über halblinks, mittig, halbrechts bis rechts ist da in der Regel alles dabei. Dieses Jahr kamen allerdings noch Kreisläufer und Torhüter dazu.

Aber wie kam es dazu? Vor einigen Jahren war der Mauerpark, unweit unseres Spielorts der Max-Schmeling-Halle, noch ein Hauptschauplatz der Auseinandersetzungen. Da wurden reingeschmuggelte Bierpullen auf die Polizisten geworfen, um danach ein heiteres Kardio-Trainings-Fangspiel durch den Park zu betreiben. Inzwischen hat sich die Lage dort merklich beruhigt und man könnte höchstens noch Angst vor Anwohnern haben, die die Schlüssel zu ihren schwäbischen Automobilindustrieerzeugnissen durch die Gegend schleudern. Stillstand ist aber Rückschritt und so kam ein findiger Mitarbeiter des Bezirksamts Pankow auf die Idee die aktuell formstärksten Steineschmeißer aus der Landesliga an diesem Tag in die Halle zu verbannen und damit auch ja keiner

auf die Idee kommen konnte nach dem Spiel die frisch zum Leergut konvertierten Bierpullen als Wurfgeschosse einzusetzen, wurde die Anwurfzeit mit dem Beginn Tagesschau synchronisiert.

Dem Kapitän unseres Gegners von Turnsport schmeckte das gar nicht: Fehlende Motivation, eh schon Meister und damit aufgestiegen, einige Verletzungen und bestes Maiwetter. Bei uns sah das etwas anders aus, aber auch extrem schwierig, da wir einerseits noch absteigen (wir -4 Punkte und Rudow +4 aus den letzten beiden Spielen), andererseits mit zwei Siegen unsere bislang bärenstarke Rückrunde mit dem eher inoffiziellen Titel des Rückrundenmeisters abschließen konnten. Da die Lust etwas zu gewinnen aber immer mehr Energie freisetzen kann als die Angst etwas zu verlieren (so oder so ähnlich hat Jürgen Klopp das mal gesagt), wurde kein Wort über einen möglichen Abstieg verloren, sondern einfach alles daran gesetzt das beste Team der Liga zu schlagen.

Die erste Halbzeit ist schnell erzählt: Zwei sehr gute Abwehrreihen standen auf dem Parkett, wobei Turnsport massiv und kompakt in der 6:0-Formation stand und wir offensiv, aggressiv und leichtfüßig agierten.

Dahinter standen jeweils exzellente Torhüter mit herausragender Quote bei Strafwürfen (Turnsport) bzw. bei freien Bällen vom Kreis (Pankow). So ging es mit einem minimalen Vorsprung von 12:11 für uns in die Pause und man hatte das Gefühl, dass die Mannschaft gewinnen würde, die entweder zu einem starken Positionsangriff finden würde oder die am meisten Kapital aus der Abwehr schlagen könnte, um damit noch häufiger in die erste Welle zu kommen. Letzteres hatte Turnsport in einer Phase um die 40. Minute geschafft und konnte von 14:12 auf 15:17 stellen. Da sah es schon so aus als wären sie zu abgezockt für uns, aber jede Mannschaft in der Landesliga musste diese Saison schon erleben, was passiert, wenn wir unser Potential zünden: Unsere Abwehr wurde nochmals aggressiver, Turnsport ging teilweise etwas zu großes Risiko bei Kreisanspielen, was uns zu schnellen Ballgewinnen brachte, unser Positionsspiel war etwas strukturierter und unsere Steineschmeißer feuerten in alle möglichen Winkel. So drehten wir das Spiel über 19:19, 26:21 bis zum 28:23 Endstand.

Unserem großen Ziel der Rückrundenmeisterschaft sind wir damit wieder ein Stück näher gekommen, aber jetzt steht erst noch das Derby gegen PSV an, wo wir ja auch noch eine größere Rechnung offen haben.

Gratulation an den Meister Turnsport 11. Sie haben sich frühzeitig aus dem Schneckenrennen um den Aufstieg verabschiedet,  eine Abkürzung genommen und auf Platz 1 geparkt, stark und verdient!








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